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Leinen los für Klimapiraten!

Klimaaktivisten segeln von Greifswald aus zur Klimakonferenz

Klimapiraten am 05.12.2009 in Greifswald

Bereits ab dem frühen Vormittag hatte sich im Greifswalder Museumshafen eine bunte Menschenmenge zu einem Hafenfest eingefunden, um die Piratencrew im Rahmen einer Theaterperformance zu verabschieden. Um 12 Uhr mittags hissten 50 Klimapiraten auf dem Traditionsschiff „Lovis“ die Segel, um vom Greifswalder Hafen aus nach Kopenhagen zu segeln. Dort wollen die jungen Umweltaktivisten aus ganz Deutschland am 9. Dezember einlaufen und für ein starkes und faires Klimaschutzabkommen demonstrieren. Sie wollen den politischen Entscheidungsträgern deutlich machen, was die junge Generation, die die Folgen des Klimawandels in allen Konsequenzen miterleben wird, von ihnen erwartet: eine radikale Kehrtwende hin zu verpflichtenden Reduktionszielen!

Johannes Krause von den Klimapiraten fordert mehr Engagement seines Landes im internationalen Klimaschutz: Auch wenn reiche und arme Länder dieses globale Problem nur noch gemeinsam lösen können, liegt die historische Verantwortung bei den Industrieländern, findet er. „Deutschland muss sich bereit erklären, mehr Geld für Anpassungsmaßnahmen in ärmeren Ländern zu investieren.“ Den Klimapiraten ebenso wie den Hafenfestbesuchern reichen die Lippenbekenntnisse der Politiker nicht aus. „Wenn wir die Kohlendioxidemissionen nicht drastisch und umgehend reduzieren, werden die Schäden der globalen Erwärmung nicht mehr reparierbar sein,“ weiß Vera Neumann von den Klimapiraten. Zur Zeit sind in Deutschland über 20 zusätzliche Kohlekraftwerke geplant, zuviel als dass Deutschland seine Klimaschutzziele auch nur annähernd erreichen könnte. Eines davon soll 20 km entfernt von Greifswald im Seebad Lubmin gebaut werden. Die Klimapiraten unterstützen den Protest der lokalen Bürgerinitiativen aus Greifswald, Lubmin und den Inseln Rügen und Usedom. So sei die Kaperfahrt nach Dänemark Teil ihrer Klimaschtuzkampagne, sagt Vera Neumann. „Wir tragen den lokalen Protest gegen das geplante
Kohlekraftwerk in Lubmin dorthin, wo die zukünftige internationale Klimapolitik ausgehandelt wird. Außerdem machen wir in einer Protestaktion vor dem Kopenhagener Sitz von DONG Energy klar, dass das Kraftwerk in Lubmin nicht gebaut werden darf.“

Fünf Tage werden die Klimapiraten wohl brauchen, um von Greifswald nach Kopenhagen zu segeln. Ihr Weg führt sie durch den Greifswalder Bodden vorbei an Lubmin in die offene Ostsee. Die 50 Klimapiraten auf der „Lovis“ werden am Abend in Stralsund auf ein zweites Segelschiff treffen und dann gemeinsam unter der Piratenflagge nach Kopenhagen segeln.

Kommentare

PietPiet(23) aus Bielefeld

Meuterei in Kopenhagen...

... da möchte ich ein Eibär sein:

save-the-worldsave-the-world(17) aus Bad Schussenried

Hopenhagen

Es gibt ja einige Petitionen zur Klimakonferenz, hier ist noch eine die ich sehr schön finde: www.hopenhagen.org

Und den Klimapiraten wünsche ich natürlich auch gute Fahrt!

Heiko K.Heiko K.(25) aus Region Hannover

guter Bericht

Ich habe zu der Aktion gestern einen wirklich interessanten Bericht im Radio gehört. Klingt auf jeden Fall spannend, wobei ich nicht bei dem Wetter lust hätte durch die See zu segeln.

dovedove(20) aus Bad Oeynhausen

Ahoi

und gute Fahrt und v.a. viel Erfolg in Kopenhagen :o)