
Wer oder was ist CologneCommons?
Marco: Cologne Commons – Konferenz und Festival für digitale Kultur versteht sich als Plattform für Musiker, Netlabels, Autoren, Filmemacher und Medienkünstler, die ihr Schaffen der Allgemeinheit schenken. Wir setzen uns für die Stärkung des digitalen Allgemeinguts im öffentlichen Raum ein. Cologne Commons wird von vier Leuten organisiert: Moritz Sauer, Frank Christian Stoffel, Martin Wisniowski und mir, Marco Medkour. Ein Team von Netzaktivisten, Musikern, Kulturschaffenden und Journalisten. Wir vier sind intensiv in die Netzmusikszene (Netaudio) verstrickt, betreiben seit Jahren erfolgreiche Netlabels, Musikkataloge und -Blogs, die ausschließlich Creative Commons Musikkultur fördern.
Cologne Commons findet bereits zum zweiten Mal statt und das diesjährige Motto heißt: „Be shareful“, da wir im Team der Meinung sind: Kulturgut soll für jeden frei zugänglich sein.
Wie seht ihr die Entwicklung von Musik und vor allem von Musikern unter Creative Commons?
Marco: Wir sehen die Entwicklung von Creative Commons (CC) grundweg positiv und mit stetig steigendem Interesse in der Gesellschaft. Immer mehr Kulturschaffende verwenden CC, um ihre Werke (Foto, Musik, Text, Video, etc.) zeitgemäß zu lizenzieren, und bewusst auf Verwertungsgesellschaften verzichten. Man stolpert jeden Tag über unbekannte Bands oder Netlabels, die hochqualitative und anspruchsvolle Musik vertreiben – alles unter CC. Interessanterweise klingt sie oft authentischer als die sterile Einheitsware bei Saturn oder iTunes. Wir stellen fest, dass CC-Musik primär bei den Leuten ankommt, die zu den digitalen Bürgern im Web gehören. Sie wissen, dass es CC, das Schöpferische Allgemeingut, gibt und sie die Songs gratis nutzen dürfen. Sie sind es auch, die tatsächlich zu den Konzerten von CC-Musikern kommen. Ihnen also ein Dankeschön für kostenlose Musik widerspiegeln.
Die Menschen allerdings, die wenig mit Social Media oder Social Communitys am Hut haben, stolpern selten über die CC-Musikszene. Es liegt daran, dass Creative Commons in klassischen Medienkanälen so gut, wie gar nicht kommuniziert wird – schon gar nicht dauerhaft. Vielleicht ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Offliner mitbekommen, dass CC-Mucke abwechslungsreicher und lebendiger daherkommt, als der Sound im Radio oder Musikfernsehen.
Was unterscheidet Cologne Commons von anderen Festivals?
Marco: Das Musikfestival von Cologne Commons unterscheidet sich von traditionellen Festivals allein durch die Auswahl der Musiker und Bands. Es handelt sich um Musiker, die ihr Schaffen konsequent unter Creative Commons lizenzieren und ihren Output der Allgemeinheit schenken. Sie verteilen ihre Musik kostenlos im Web und wünschen, dass die Songs legal von ihren Fans kopiert und weiterverbreitet werden. Genau diese Menschen laden wir ein, die im Web zigtausende friendly Hörer und Downloads zählen und für mehr kulturelle Allgemeingüter sorgen! Neben Musik geht es auch um Film. Das Cologne Commons Festival eröffnet am 10. Juni mit dem Kinoabend und zeigt bemerkenswerte Kurzfilme der Open-Movie-Szene (Stop Animation).
Nicht zu vergessen: Die Konferenz von CologneCommons. Ein Dutzend Sessions (Diskussionen, Vorträge und Workshops) zeigen, warum Creative Commons so wertvoll für die Gesellschaft ist. Es wird einen Vortrag geben, der die Zukunft der Printmedien beleuchtet und demonstriert, inwieweit CC daran beteiligt sein kann. Im Panel “Good Copy, Bad Copy” werden die veränderten Bedingungen im digitalen Zeitalter vorgestellt und wir wollen über den herrschenden Zweifel an immateriellen Eigentumsrechten diskutieren. In einer weiteren Diskussionsrunde widmet sich Cologne Commons dem Thema Roboter, Baupläne und der beliebter werdenden Do-It-Yourself-Bastel- und FABAt-Home-Kultur. Bei Colgne Commons diskutieren Kulturschaffende, Konsumenten und Verwerter und philosophieren gemeinsam über den sich wandelnden Medienkonsum, die Remix-Kultur und das kulturelle Allmende. Bei uns findet Wissenstransfer statt, kostenlos, denn unser Motto lautet: „Be shareful“.
Gibt es dabei so etwas wie einen Top-Act und wenn nicht, was wird euer persönliches Highlight?
Marco: Das Team von Cologne Commons freut sich auf alle Musiker und Bands, die live am 11. und 12. Juni im Gebäude 9 auftreten werden. Immerhin kommen die Stars der internationalen Netaudio-Szene nach Köln. Jeder einzelne Act ist charismatisch und Highlight zugleich. Wir haben eine Fülle an verschiedenen Musikgenres in diesem Jahr auf dem Programm. Die Besucher des Festivals dürfen sich auf zwei Abende mit Livemusik freuen: ADD, Fiat 600, Lars from Mars und Mika Martini vom argentischen Netlabel Pueblo Nuevo werden auftreten. Das Kölner Techno-Netlabel Zimmer-Records entfacht ein elektronisches Gewitter und lässt seine Acts Afion, hérmetico und psycoded auf das Publikum los. mr&mrsBrian vom Weimarer Netlabel headphonica werden eines ihrer akusmatischen und experimentellen Livesets spielen. [in]anece aus Nürnberg, der Gründer des Subsource Netlabel, wird Minimal und Ambient in einen Soundscapes-Mix verwandeln. Das Kölner Netlabel rec72 sendet BitBasic, der Glitch und IDM aus London mitbringt, und die Berliner Asphaltgöre Zoe.LeelA mit ihrem New Plastic Soul zum Festival. Die akustische Indie-Pop Band The Black Atlantic aus Groeningen flirtet definitiv mit dem Publikum auf ihrem Zwischenstopp in Köln. In diesem Jahr wird es kein weiteres Festival in Europa geben, bei dem CC-Künstler in einer solchern Dichte auftreten – außer in Köln bei Cologne Commons 2010. Auf der aktuellen Cologne Commons Compilation (cc04) befinden sich viele der Acts, die beim Festival live auftreten. Runterladen, reinhören und im Juni vorbeikommen – es lohnt sich!
Hier könnt ihr ganz legal die Compilation runterladen: cc04-Compilation (145 MB)
Cologne Commons – Konferenz und Festival für digitale Kultur
Datum: 10. – 12. Juni in Köln
http://colognecommons.de
#cc2010
Kommentare
Cologne Commons startet
Morgen Nachmittag, Donnerstag den 10. Juni geht’s los mit der zweiten Cologne Commons. Den Auftakt bildet das kostenlose Cologne Commons Filmprogramm im Kölner Filmhaus. Ab 16:30 Uhr ist Einlass, ab 17.00 Uhr werden verschiedene Filme der Open-Movie-Szene gezeigt.
Das zweitägige Musikfestival findet Freitag den 11. Juni und Samstag den 12. Juni im Gebäude 9 statt.
An diesen beiden Tagen werden 15 internationale Musiker und Bands der freien Musikszene auftreten. Einlass ist Freitag ab 20.00 Uhr, Samstag pünktlich zum Anpfiff des WM-Spiels England-USA um 20.30 Uhr, wo Fans beim alternativen, mit elektronischen live Beats übermaltem Public Viewing, mitfiebern können.
uncool
Da gibt wird kein Hip Hop gespielt!!!
Hey gangsta - lade dir den
Hey gangsta - lade dir den Sampler doch mal runter, das erste Stück von sagesse & crookram dürfte dir gefallen.
@GaNgSta
Und alles andere als Hip Hop ist keine Musik? Vielleicht solltest du dich mal in Toleranz üben und akzeptieren, dass Geschmäcker verschieden sind. Oder du guckst das Dschungelbuch: Probiers mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit... ;)
Guter Tipp :))))
Ein guter Tipp für den Gangsta :) Aber ob der was mit dem Dchungelbuch anfangen kann, ich weiß nicht :)))
New Plastic Soul???
Klingt ja echt interessant, aber was genau kann man sich unter New Plastic Soul vorstellen???
Hört sich doch ganz gut an
Hört sich doch ganz gut an... den Termin merk ich mir mal vor ;o)
komplex
Aber New Plastic Soul klingt cool!
@Piet
Da sagst du was... find es auch recht komplex. Steig da nicht ganz durch, was Rechte und Co. angeht, gerade im digitalen Bereich. Find es auch ne gute Geste, wenn man shareful ist und seine Musik verbreiten kann und so eine Fanbase bekommt. Aber rein wirtschaftlich haben es solche Künstler doch eher schwer... naja, werd bestimmt mal hingehen und mir was anhören. :)