
Trotzdem ist Montréal zumindest in einem Punkt typisch kanadisch: Die Jugendherberge ist nicht nur verdammt schön, sondern hat auch sehr nettes Personal. So fühlt man sich im „Hostel HI - Montreal“ schon bei der Ankunft wie zu Hause. Man wird herzlich empfangen, alles ist bunt, die Zimmer sind sehr gemütlich und sogar mit eigenem Bad ausgestattet. Beste Voraussetzungen, um die wunderschöne Stadt gut erholt zu entdecken. Achja, keine Angst: man spricht Englisch!
Auch wenn die französische Kultur bekanntlich nicht gerade eine Kultur der üppigen Frühstücke ist, könnt ihr in der hauseigenen Bar jede Art von kulinarischem Kick-Off erleben. Neben einem kleinen Buffet gibt es unzählige Menüs zur Auswahl, die frisch zubereitet werden. Unbedingt das Omelette probieren! Da das Hostel direkt an einer Metrostation gelegen ist, stehen euch alle Möglichkeiten offen. Ein besonders guter Ausgangspunkt ist der Mont Royal, dem die Stadt ihren Namen zu verdanken hat. Der Hausberg der Stadt ist 233 Meter hoch und bietet einen tollen Ausblick über die City. Der Weg dorthin führt euch zunächst durch die lebendigen Einkaufsstraßen, bevor es merklich bergauf geht. Der Weg auf den Gipfel ist nichts für schwache Beine – aber es lohnt sich! Oben angekommen könnt ihr das gigantische Stahlkreuz betrachten, das man von fast jedem Punkt der Stadt sehen kann und auf das die Einwohner sehr (!) stolz sind. Angeblich soll der Stadtgründer hier schon vor etwa 400 Jahren eine hölzerne Version platziert haben.
Nach dem Abstieg habt ihr euch ein deftiges Mittagessen verdient. Eine ganz besondere Fast-Food- „Spezialität“ der Stadt stellt die perfekte Belohnung da: eine „Poutine“. Es mag nicht jedermanns Sache sein, aber die Pommes frites mit Käse und Bratensauce sind absolut Kult bei Einheimischen und Touristen. Fragt man Québécois nach der besten Poutine, bekommt man immer eine andere Empfehlung – ein Restaurant macht die besten Pommes, ein anderes hat den besten Käse. Verschiedene Bewertungen könnt ihr euch hier anschauen. Tipp: Mit der Kette „Frite Alors“, die es an fast jeder Ecke gibt, macht ihr aber auf jeden Fall nichts falsch.
Da euch nun vermutlich nicht nur müde Waden, sondern auch ein voller Bauch plagen, solltet ihr es am Nachmittag gemütlich angehen lassen. Neben den unzähligen Parks, die Montréal zu bieten hat (Tipp bei schönem Wetter: Parc La Fontaine), ist die Altstadt ein perfekter Ort um entspannt zu schlendern. Bei wem bisher noch zu wenig Kultur auf dem Programm stand oder wer ein ganz besonderes Kirchen-Erlebnis haben will, der sollte die Basilika „Notre-Dame de Montréal“ auf keinen Fall auslassen. Von außen erinnert sie an ihren Namensvetter in Paris, im Inneren ist sie aber alles andere als grau und eintönig. Unbedingt eine kostenlose Führung mitmachen!
Bei der Rückkehr ins Hostel solltet ihr euch unbedingt an der riesigen Tafel schlau machen, ob das eine Abendveranstaltung angeboten wird. Besonders zu empfehlen ist die kostenlose Brauerei-Tour mit einem der netten Hostel-Mitarbeiter. Doch auch wenn ihr Montréal bei Nacht auf eigene Faust erkunden möchtet, solltet ihr das Abendessen in der Jugendherberge nicht auslassen. Die Gästeküche ist riesig und super ausgestattet. Falls ihr zu faul zum Selbstkochen seid, könnt ihr euch an der Bar mit frisch zubereiteten Menüs versorgen.
Dann kann’s losgehen: Montréal bietet unzählige Aktivitäten am Abend. Wer Live-Musik mag und eine typisch franko-kanadische Bar besuchen möchte, dem sei das „Casa del Popolo“ (Metrostation: Mont Royal) ans Herz gelegt. Es befindet sich im szenigsten Viertel der Stadt, dem „Plateau de Mont-Royal“ oder kurz „Le Plateau“. Während Touristen hier am Tag die schönen Häuser betrachten, geht es abends vor allem um eines: Feiern. Wer es etwas rustikaler mag, der sollte das „Dieu du Ciel“ besuchen und ein „Aphrodisiaque“ bestellen – ein Bier aus Kakao- und Vanillebohnen.
Falls eure Beine nicht mehr so recht wollen, bietet das „Brewtopia“ eine echte Alternative zu einem Besuch auf dem Plateau. Es liegt nur fünf Gehminuten vom Hostel entfernt in der kleinen aber feinen Rue Crescent. Wenn ihr Glück habt erlebt ihr hier eine „Open Mic“-Nacht, die bis über die Grenzen von Montréal bekannt ist. Viele kanadische Künstler hatten auf der kleinen Bühne des „Brewtopia“ ihre ersten Auftritte, bevor sie den Durchbruch schafften. Mit einem vor Ort gebrauten „Raspberry Blonde“ in der Hand kann man so einen aufregenden Tag ausklingen lassen. Das verbessert angeblich die Französischkenntnisse. Einen Versuch ist’s Wert – oder?