Eine Alpenüberquerung ist langweilig, weil man ja eh nur Berge sieht? Falsch! Auf dem Weg von Mittenwald bis Füssen gibt es viel zu entdecken.

Angekommen: Am besten, du verbringst die erste Nacht in der Jugendherberge in Mittenwald. So kannst du ausgeruht in die Wanderung starten – und vor dem Schlafen noch Volleyball, Basketball oder Tischtennis spielen. Am nächsten Morgen geht es mit dem Bus nach Scharnitz: dem Ausgangspunkt für die Wanderung. Von dort geht der befestigte Weg erst mal leicht bergauf. Ein guter Einstieg, bevor es zum ersten Anstieg Richtung Hochalmsattel geht. Übernachten könnt ihr auf der ganzen Tour in vielen Schutzhütten.
Am nächsten Morgen geht es an Kuhweiden vorbei zum kleinen Ahornboden, wo du eine kurze Pause einlegen kannst. Die wirst du nötig haben, um deine Kräfte für den  steilen Anstieg zum Fuß der Laliderer Wände zu sammeln. Auf dem Weg nach oben hast du vielleicht sogar Glück und siehst ein paar Gemsen.

Auch mal baden gehen

Der Abstieg zum großen Ahornboden am nächsten Morgen führt dich zu von Bergen umgebenen grünen Wiesen. Dort angekommen, wird erst mal eine Vesperpause eingelegt.
Anschließend geht’s wieder auf den Berg hoch, zum Fuß der Lamsenspitze.
Der nächste Tag bringt einen steilen, geschotterten Abstieg von etwa 600 Höhenmetern. Hier wird es hart für die Knie und sehr rutschig. Im Tal angekommen, brachte uns der Bus bis zum Achensee. Wenn du dich traust, kannst du im eiskalten Wasser baden. Mit dem Bus kannst du ins Zillertal fahren und von dort aus in 850 Höhenmetern zum Talschluss des Zemmgrund laufen. Der Wanderweg beginnt flach, bis er ganz am Ende über große Steinstufen sehr steil wird.


Wir entscheiden uns, einen Tag Pause einzulegen und nur eine kleine Tour zum Schwarzsee auf 2470 Meter ü. NN und zum noch 200 Meter höher gelegenen Eissee zu unternehmen. Auf dem Weg zu beiden Seen erwartet dich eine umwerfende Aussicht auf schneebedeckte Gipfel. Weit unten im Tal konnten wir an einem Fluss sogar Wildpferde und Murmeltiere entdecken. Unser Highlight: der spektakuläre Eissee mit türkisfarbenem Wasser.

Fast geschafft

Auf den Erholungstag folgt ein Abstieg mit einem anschließenden Aufstieg durch einen Tannenwald zur Staumauer des Schlegeisspeichers. Die ist unglaublich beeindruckend – egal, ob du von unten hochschaust oder von oben die Aussicht über Tal und See genießt. Über einen Trampelpfad an der Mauer gelangst du zur Schlegeissperre.

Dann geht es erst an einem Fluss entlang, bevor du über das Pfitscher Joch, dem Talübergang von Österreich nach Südtirol, wanderst. Dabei gelangst du nach einem Aufstieg zur italienischen Grenze. Wenn es nicht zu neblig ist, ist die Aussicht hier wirklich jeden Schritt wert. An einer Alm kannst du eine kurze Kaiserschmarrn-Pause einlegen, um danach den langen Abstieg durch Wälder und über Wiesen nach Stein zu beginnen. Dort kannst du deine Füße im Fluss abkühlen und dich ausruhen, bis es zur Jugendherberge nach Füssen geht. Hier erwarten dich endlich wieder richtige Betten, eine Slackline und eine Tischtennisplatte.

(Text und Fotos: Celine Lika)