Du kannst nicht bremsen oder lenken, hast keine Kontrolle und weißt manchmal nicht, wo oben und wo unten ist. Das kommt dir bekannt vor? Richtig, die Rede ist von Snow Tubing, dem neuen Winterspaß aus den USA.

Wann das Reifen-Rutschen entstanden ist, ist nicht ganz klar. Datierungen gehen bis 1820 zurück, zu einer Zeit, in der es weder Computer noch Internet gab und man sich vor allem im Winter anders beschäftigen musste. In Deutschland gibt es den Spaß seit ungefähr fünf Jahren.

Eigens für das Snow Tubing angelegte Bahnen schlängeln sich an unterschiedlich steilen Hügeln hinab und geben den Weg für Schneeliebhaber und Pistenfreunde frei. Dabei sollte die Neigung nicht zu flach sein, damit man höhere Geschwindigkeiten erreichen kann. Snow-Tubing Reifen haben, anders als normale Schwimmreifen, kein Loch in der Mitte, sondern eine Kunststoffwanne auf der Unterseite und für den besseren Halt gibt es Griffe an den Seiten. Außerdem sind sie ummantelt, damit sie beim Rutschen nicht so leicht kaputt gehen. Denn die Fahrt kann rasant werden. Mit der ganzen Familie im Gepäck oder auch einfach nur mit Freunden unterwegs kann man sich in den Spaß stürzen. Genial daran ist nämlich, dass es jeder machen kann. Der Lift zieht einen hoch und am Hanganfang wird man automatisch ausgeklinkt. Oben angekommen kann man entweder alleine runter fahren oder um es spannender zu machen, sich mit Hilfe von Gurten an seine Mit-„Tuber“ schnallen und als Gruppe losrutschen. Das Tempo kann man hier genauso wenig bestimmen wie die Richtung. Oft werden bis zu 50 km/h erreicht. Mittlerweile gibt es immer mehr Bahnen in Wintersportorten in Deutschland. Aber weil auch kleinere Hügel reichen, muss es oft gar nicht in die Berge gehen. Für diejenigen, die das Rodeln noch etwas anders erleben wollen, gibt es die Möglichkeit im Dunkeln bei Flutlicht zu rutschen.

Das Beste am Snow Tubing? „Der Adrenalinkick, auf einem Reifen mit 50 Sachen den Berg runter[zu]rutschen - mal rückwärts, mal vorwärts - ganz ohne Lenkung“, sagt Daniel, Geschäftsführer des WSV Salzburger Kopf e.V. Jährlich kommen um die 10.000 Besucher dort an, um selbst einmal mit dem Reifen die Kontrolle zu verlieren. Bis zu 300 Meter kann man hier runterrutschen. Reine Snow Tubing-Vereine gibt es zwar noch nicht, aber der WSV Salzburger Kopf e.V. bietet den Sport schon fleißig den Wintersportlern an. Warum man es mal ausprobieren sollte? Daniel findet: „Eine super Alternative zum herkömmlichen Rodeln - man muss nicht nach der Abfahrt bergauf laufen, sondern setzt sich in einen Reifen, wird per Lift nach oben befördert, ausgeklinkt - und den Rest erledigt die Schwerkraft.“ Na dann ab auf die Piste, fertig, los! Wer den Spaß unbedingt selbst ausprobieren möchte, braucht natürlich auch die passende Unterkunft. Hier mal ein paar Vorschläge für Jugendherbergen in der Nähe von Snow Tubing Anlagen:

·         Bayrischzell: Jugendherberge Schliersee oder Jugendherberge Bayrischzell-Sudelfeld

·         Sankt Andreasberg: Jugendherberge Torfhaus oder Jugendherberge Braunlage

·         Neureichenau: Jugendherberge Haidmühle Frauenberg

 

Text: Inge Langwieser, Bild: Keith Belvay (https://www.flickr.com/people/fromkeith/, zugeschnitten), Lizenz:  CC BY 2.0