Soziales Engagement im Netz ist in – wir sind der Frage nachgegangen, was man damit wirklich erreichen kann.

Viele junge Menschen möchten sich gerne für etwas engagieren – die meisten tun es dann aber doch nicht. Die Hürde ist dabei nicht nur der schlanke Geldbeutel, sondern der Mangel an Zeit und Motivation aktiv zu werden. Kein Wunder also, dass Hilfsangebote im Internet voll im Trend liegen. Vom Schreibtisch aus irgendwo in der Welt Gutes tun – und das mit minimalem Aufwand und manchmal sogar komplett kostenlos. Aber ist soziales Engagement im Netz denn wirklich effektiv? Kommt die Hilfe wirklich an?

Augen auf beim Spenden im Web

Die Spendenbereitschaft von Internet-Usern wird immer größer und damit leider auch die Zahl unseriöser Anbieter - nicht jede Organisation hält ihre Versprechen, Gelder „garantiert“ an der richtigen Stelle einzusetzen. Dass die gespendeten Euros in der Tasche der Organisation landen, ist aber noch der geringste Schaden, der entstehen kann. So wird die Spendenbereitschaft der User ausgenutzt, um Daten auszuspionieren oder sogar dubiose Verträge abzuschließen. Auch soziale Netzwerke haben mittlerweile mit einer Flut von Fake-Aktionen zu kämpfen, die kein anderes Ziel verfolgen, als unseriöse Links zu verbreiten.
Das heißt aber nicht, dass es keine sinnvollen Aktionen gibt – man muss sie nur erkennen. Das Deutsche Zentrum für soziale Fragen (DZI) rät, sich zuerst einmal gut über die Organisation zu informieren. Seriöse Anbieter haben stets eine sachliche Beschreibung des Projekts auf ihrer Seite, ein vollständiges Impressum und erklären ganz genau, was mit dem gespendeten Geld passiert. Ist man sich unsicher, sollte man auf keinen Fall weiterklicken, auch wenn die Homepage seriös wirkt. Viele vertrauenswürdige Projekte aus Deutschland tragen mittlerweile nach einer genauen Prüfung das DZI Spenden-Siegel.

„Im Prinzip muss man einfach mal machen“

Wem das immer noch zu unsicher oder zu wenig ist, der kann auch selbst aktiv werden. Dass man dazu manchmal einfach nur eine gute Idee braucht, beweisen die Aktionen von David aus Mainz. Der 27-Jährige engagiert sich unter dem Pseudonym „form“ seit vielen Jahren für Projekte in aller Welt auf ganz unterschiedliche und kreative Weise. Für die jungen Protestierenden in der arabischen Welt hat er kürzlich eine Video-Botschaft zusammengeschnitten, in der Menschen aus vielen Ländern ihre Unterstützung äußern.

„Es gibt viele Probleme auf der Welt, da ist das Potenzial von positiv inspirierenden Ereignissen nicht zu unterschätzen“, sagt der Student über seine Motivation. Parallel hat David Spenden über einen Aufruf im Netz gesammelt, die ohne Umwege an eine Freundin in Ägypten übermittelt wurden. „Immerhin 500 Euro konnte ich über sehr kurze Zeit zusammentragen. Damit konnte sie lebenswichtige Dinge wie Decken und Medizin kaufen.“ Über Skype stand David mit der Freundin in Kontakt und konnte so auch alle Unterstützer regelmäßig über die Lage vor Ort und den geleisteten Beitrag informieren. Wenn der Mainzer eine Idee hat, dann zögere er nie, sie auch umzusetzen. Das sollten seiner Meinung nach noch mehr Leute tun, egal in welchem Alter oder mit welchen Einkommen: „Es finden sich immer Leute im Internet, die mithelfen können. Im Prinzip muss man einfach mal machen.“ Dann kann man sich auch ganz sicher sein, dass man mit ein paar Klicks einiges geleistet hat – und das es an der richtigen Stelle ankommt.

Info:
Über die Datenbank des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) könnt ihr alle Organisationen mit DZI Spenden-Siegel finden

Ausgefallene Surf-Tipps für einen guten Zweck:

Elefunds : hier gibt es ein Shopping-Plugin, mit dem man beim Einkaufen im Web Rechnungsbeträge aufrunden kann und den Extra-Betrag an wohltätige Organisationen seiner Wahl spenden kann – darunter Ärzte ohne Grenzen, Greenpeace oder die UNO-Flüchtlingshilfe. Aktuelle geht das nur im dortigen Webshop, bald könnt ihr das Plugin auch auf anderen Seiten nutzen.

Wer beim Helfen gleich noch ein kleines Vokabel-Training haben möchte, der kann die Aktion FreeRice unterstützen, die für jede richtige Antwort 10 Reiskörner an das World Food Programme der Vereinten Nationen spendet. Gibt es auf Englisch, Französisch, Spanisch und in weiteren Sprachen.