Tischtennis mit dem Kopf – diese Beschreibung trifft Headis wohl am besten. Die aus einem Zufall geborene Sportart erfreut sich immer größerer Beliebtheit, auch in Jugendherbergen.

„Mir war die Sportart am Anfang völlig unbekannt“, lacht Peter Schär von der Jugenherberge Biggesee .Vor anderthalb Jahre hörte der Familienvater in einer Radiosendung erstmals von Headis und probierte es prompt mit den eigenen Kindern aus. „Wir waren sofort begeistert und besorgten uns spezielle Headisbälle für die Jugendherberge. Tischtennisplatten gibt es bei uns schließlich auch genug.“ Einen Ball und eine Platte, mehr braucht man nämlich gar nicht für die noch junge Sportart. Gespielt wird nach abgewandelten Tischtennisregeln. Ein Satz hat elf Punkte und nach drei Punkten gibt es einen Aufschlagswechsel. Die Bälle müssen im Spiel nicht erst auf der Platte aufsetzen, sondern können auch direkt aus der Luft genommen werden. Die Tischtennisplatte dürfen die Spieler dabei mit allen Körperteilen berühren. Auch wenn das erst mal kompliziert klingen mag, ist Headis nicht nur eine Sportart für Fußballkünstler und Ballartisten, wie Peter Schär weiß. „Am Anfang sind die Bewegungen noch ziemlich ungewohnt, aber nach ein paar Ballwechseln hat man den Dreh raus. Ich würde deshalb Headis schon als für jeden leicht zugänglich bezeichnen.“

Platzmangel sorgt für die zündende Idee

Ähnlich wie viele andere Trendsportarten ist auch Headis aus einer fixen Idee und einer kleinen Notlage geboren. In Kaiserslautern wollten mehrere Freunde im Freibad Fußballtennis spielen. Da aber das Beachvolleyballfeld belegt war, gingen die Sportstudenten zur Tischtennisplatte und spielten sich den Ball per Kopf zu. Tischtennis mit dem Kopf war geboren, heute nur wenige Jahre später gibt es bereits Headis-Meisterschaften und mehrere Hochschulsportkurse. Sogar in die TV-Show „Schlag den Raab“ hat es die Sportart schon geschafft. Dank solcher Erfolge kann man inzwischen auch speziell für Headis entworfene Bälle kaufen. „Das Spielgerät beim Headis ist eine Mischung aus Tennis- und Fußball. Die Bälle bestehen aus Plastik und sind weich gefüllt“, erklärt Peter Schär. Angst vor Kopfschmerzen muss also keiner haben, lediglich die Beine werden nach einiger Zeit schwer. Die meiste Zeit des Spiels stehen die Spieler nämlich nach vorne gebeugt an der Platte.

Kein Rundlauf und die Hoffnung auf mehr Interesse

Diese besondere Körperhaltung und Dynamik macht auch den beim Tischtennis so beliebten Rundlauf fast unmöglich. Headis ist deshalb ein Spiel für zwei Personen. Ein Umstand, der für die Gäste der Jugendherberge Biggesee scheinbar noch eine Hürde darstellt. „Wir bieten das gesamte Equipment an, so richtig angenommen wird es von den Gästen bisher aber nicht“, lacht Peter Schär und zuckt mit den Schultern. „Es sieht wahrscheinlich einfach zu verrückt aus.“ Doch wer einmal ein Profimatch gesehen hat, wird erkennen, dass Headis für Spieler und Zuschauer gleichermaßen aufregend ist. Gerade weil man die Platte mit allen Körperteilen berühren darf, kommt es gerade bei den guten Spielern oft zu artistischen Hechtsprüngen über die Platte. Peter Schär ist sich deshalb bei seiner Einschätzung über das Potential von Headis sehr sicher. „Der Sport muss nur bekannter werden, dann findet er auch mehr Anhänger. Alle Voraussetzungen dafür bringt er mit: Headis ist einfach zu lernen, macht großen Spaß und man braucht kaum Ausrüstung.“

Mehr über Headis findet ihr unter auf www.headis.com .

Einen Eindruck von Headis bekommt ihr auch im Video: