Mehr als tausend Jahre ist die Kaiserstadt im Harz schon alt. Im Mittelalter verliehen Bergschätze Goslar Glanz und Macht. Könige und Kaiser streiften damals durch die malerischen Gassen und schrieben Geschichte. Heute wandern Touristen auf denselben Pfaden und bestaunen das UNESCO-Weltkulturerbe. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart: Goslar hat einiges zu bieten.

Rührei in historischem Ambiente

Bereits beim Frühstücken geht es historisch zu. Im Wirtshaus Die Butterhanne, welches direkt am Marktplatz liegt, erzählen sogar die Wände Geschichten. Das 500 Jahre alte Bauwerk war einst eine Filzhutmacherei. Heute warten Harzer Köstlichkeiten im bunten Saal oder auf der großen Sonnenterasse.

Am Marktplatz sind Kulturfans bestens aufgehoben. Viermal am Tag – um 9,12, 15 und 18 Uhr – richten sich Blicke und Kameras auf das Kaiserringgebäude im Osten des Platzes. Dort öffnen sich drei kleine Türchen und ein Figurenspiel erinnert an die Zeit des Bergbaus in Goslar. Ein Glockenspiel untermalt die Szene. Stilecht ist auch dessen Melodie an Bergbauliedgut angelehnt.

Kunst soweit das Auge reicht

Euer nächstes To-Do ist das Rathaus. Ein Gesamtkunstwerk, dessen Bau sich über 400 Jahre gezogen hat. Ratet doch mal, welcher Anbau aus welcher Zeit stammt. Vor allem aber vergesst nicht einzutreten. Denn das Rathaus Goslars birgt ein wunderschönes Geheimnis: Den Huldigungsraum. Im frühen 16. Jahrhundert war er als Ratssitzungssaal eingerichtet worden. Nach weißen Wänden sucht ihr hier vergebens. Stattdessen erwarten euch prächtige Wandgemälde. Jeder Zentimeter ist mit Kunst bedeckt.

300 Stufen bis zum Himmel

Anschließend steht körperliche Ertüchtigung auf dem Plan. Die „Himmelsleiter“ der Marktkirche will bezwungen werden. Über 300 Stufen müsst ihr euch raufquälen. Doch der Panoramablick über Goslar entlohnt euch reich. Aber Achtung: Alle fünfzehn Minuten wird’s – dank Kirchturmglocken - laut.

Das typisch Harzer Mittagessen im Brauhaus Goslar habt ihr euch verdient. Nach einer kleinen Verschnaufpause macht ihr euch gen Rammelsberg auf. Drei Jahrtausende reicht die Bergbau-Geschichte dort zurück. Anfangs gewannen die Minenarbeiter Kupfererz und Silber, später bauten sie Bleierze und Zinkerz ab. 1988 schloss Bergwerk und ist seitdem als Museum für Besucher zugänglich.

Wo Könige Deutschland formten

Bevor ihr euch in das Untertage-Abenteuer stürzt, solltet ihr einen Abstecher zur Kaiserpfalz machen. Die im frühen 11. Jahrhundert errichtete Anlage der wohl berühmteste Wohnsitz des Deutschen Reichs Römischer Nation. Über 200 Jahre lang wurde hier deutsche Geschichte geschrieben

Sind alle heil aus dem Stollen geklettert, könnt ihr euch beim Abendessen in der Worthmühle stärken. Noch nicht müde? Kein Problem, im Köpi ist immer was los. Die urige Kneipe am Marktplatz ist der Treffpunkt für Alt und Jung. Der perfekte Einstieg ins kleine aber feine Nachtleben der niedersächsischen Stadt.

 

Hier könnt ihr übernachten.

Text: Ronja Gysin

 

Foto: Polybert49;

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