Was haben Frisbee werfen und Golf spielen gemeinsam? Eine ganze Menge, nämlich den Trendsport Discgolf, der inzwischen auf etwa 40 Plätzen in Deutschland gespielt werden kann.

Wie eine fliegende Untertasse schwebt die Scheibe über die Wiese, nur um wenige Augenblicke später genau im Fangkorb zu landen. Der Werfer reißt die Arme hoch und jubelt, schon wieder eingelocht. Scheibe? Eingelocht? Was denn nun, Golf oder Frisbee? Beides! „Im Prinzip ist es Minigolf mit Wurfscheiben“, lacht Hartmut Wahrmann, seines Zeichens Ex-Weltmeister im Discgolf. Von Discgolf hast du noch nie etwas gehört? Da bist du sicherlich kein Einzelfall. Immerhin ist die Sportart noch relativ jung. Erfunden wurde sie erst in den 70er Jahren und entsprang damals der amerikanischen Frisbee-Szene. In Deutschland bildeten sich die ersten Discgolf-Gruppen um 1980.

Die Regeln sind relativ einfach: Wie beim Golf müssen die Spieler einen Parcours mit 18 Bahnen spielen. Von einem Startpunkt aus versuchen die Discgolfer, ihre Frisbee-Scheiben in einen Fangkorb zu werfen. Um dieses Ziel zu erreichen gibt es, ähnlich wie beim Golf, verschiedene Spielgeräte mit unterschiedlichen Eigenschaften. „Es gibt Scheiben für kurze Würfe und längere Würfe“, erklärt Wahrmann.

Im Discgolf Fieber - Quer durch Wald und Wiesen

Damit aber genug mit den Parallelen zum Golfsport, immerhin ist Discgolf viel interessanter und angesagter. „Man braucht keine platten Rasenflächen, sondern ein Parcour kann ruhig durch Wald und Wiesen gehen“, beschreibt Wahrmann das sportliche Naturerlebnis. „Außerdem kennen wir keine Platzreife oder Kleidungsvorschriften.“ Die meisten der 40 Discgolfplätze in Deutschland sind deshalb frei bespielbar und absolut anfängerfreundlich. „Die Grundlagen lernt man recht schnell und die meisten Profis beantworten auch gerne die Fragen der Anfänger“, schätzt der Ex-Weltmeister die familiäre Atmosphäre auf den Plätzen. „Für die großen Leistungen braucht man aber schon richtig Übung.“ Denn es gibt nicht nur mehrere Tausend Hobbyspieler in Deutschland, sondern auch rund 700 Turnierathleten, die regelmäßig trainieren und an einer „German Tour“ teilnehmen.

Beeindruckende Leistungen mit der Frisbee Scheibe

„Bei den Profis ist der Sport sehr athletisch“, erklärt Wahrmann. „Beim Zuschauen erinnert das deshalb auch stärk an Diskuswerfen.“ Auf über 100 km/h beschleunigt ein Topspieler seine Scheiben und wirft damit über 160 Meter weit. Das sind ungefähr anderthalb Fußballfelder. Solche Kunstwürfe finden übrigens in Amerika den meisten Anklang. Dort wird Discgolf inzwischen sogar professionell betrieben. Die PDGA-Weltmeisterschaft ist derzeit mit fast 80.000 US-Dollar dotiert. Dimensionen, von denen man in Deutschland noch weit entfernt ist, aber Hartmut Wahrmann ist sich trotzdem sicher: „Discogolf hat das Potential zum Volkssport.“ Alle Voraussetzungen dazu werden jedenfalls erfüllt. Der Sport ist dynamisch, familienfreundlich und wird an der frischen Luft gespielt. Außerdem kostet ein Starterset mit drei Scheiben nicht mehr als 30 Euro.

Wer selbst einmal Discgolf ausprobieren möchte, kann das beispielsweise auf der Anlage der Jugendherberge Meinerzhagen tun. Ein Verzeichnis aller Spielfelder und weitere Informationen rund um den Trendsport gibt es unter www.discgolf.de