Deadlifts, Pull-Ups, Handstand-Push-Ups und ein Maskottchen namens „Pukey the Clown” (Kotzi der Clown) hören sich eher weniger attraktiv an. Trotzdem findet die neue „Sportart“ CrossFit immer mehr Anhänger. Da stellt sich zwangsläufig die Frage: „Wer macht denn bei sowas mit und will ich das mir und meinem Körper wirklich antun?“

Von nichts kommt nichts

CrossFit-Workouts hören sich ziemlich brutal an. Sie sind darauf ausgelegt, die Teilnehmer an ihre Grenzen zu bringen, zumindest was Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit anbelangt. Denn CrossFit kombiniert Gewichte heben, Sprints und Gymnastik in einer Trainingseinheit, die jeden Tag auf CrossFit.com und den Whiteboards der sogenannten „Boxen“ –  den CrossFit-Studios – veröffentlicht wird. Dieses „Workout of the Day“ – kurz W.O.D. – dauert nicht mehr als 20 Minuten, doch die Intensität und der Mangel an Ausruhphasen sind genau die Faktoren, die CrossFit so wahnsinnig effektiv machen. Ein typisches W.O.D. kann so aussehen: 100 Meter Sprint, zwei Burpees, zwei Deadlifts mit 50 kg und zwei Klimmzüge. Und davon so viele Wiederholungen, wie man in 20 Minuten nur schaffen kann. Die Workouts ändern sich täglich und sollen die Ausdauer und funktionelle Muskelkraft auf unterschiedliche Weise trainieren.Das ultimative Ziel besteht darin, den Körper so zu formen, dass er praktisch für jede athletische Herausforderung bereit ist.

Alter, Geschlecht, Fitnesslevel – egal!

Was sich ziemlich unmachbar und unrealistisch anhört, zumindest für alle, die mit Fitnessstudios und Kraft-/Ausdauertraining noch nicht viel zu tun hatten. Doch der Gründer Greg Glassman behauptet, dass das Workout für jeden auch noch so unsportlichen Menschen das Richtige ist, solange derjenige mit Herzblut dahintersteht und auch dafür kämpft, die Wiederholungen korrekt auszuführen. Ob man dann nun Rentner oder Student, Soldat oder Sofaheld ist, ist letztendlich völlig irrelevant. Denn für alle gelten dieselben Regeln; Unterschiede werden nur bei dem Geschlecht gemacht. Was aber durchaus Sinn macht. Frauen müssen 10 kg weniger stemmen als Männer, führen aber dafür eine Wiederholung mehr von der jeweilig geforderten Übung durch.

Eine Wiederholung geht noch!

Doch wozu braucht man dann die CrossFit-Boxen, wenn das W.O.D. täglich hochgeladen wird und für jeden einsehbar ist? Theoretisch könnte man die Übungen ja dann auch im Fitnessstudio oder wie die Hardcore-Fans auch zu Hause machen.Prinzipiell stimmt das, doch im Gegensatz zu Fitnessstudios trainiert man nicht alleine, sondern in der Gruppe und wird von jener auch kräftig angefeuert. Was im Falle von Selbstzweifeln im Sinne von „ich schaff den letzten Deadlift auf gar keinen Fall mehr“ wirklich wahre Wunder bewirkt. Das Gemeinschaftsgefühl ist bei CrossFit besonders stark ausgeprägt – hier hat man nicht das Gefühl, einfach nur zahlendes Mitglied zu sein, sondern jemand, der eine gewisse Unterstützung braucht. Egal, ob nun bei der fehlenden Motivation oder der korrekten Ausführung der Übungen durch den Coach. Außerdem probiert man durch das W.O.D. auch Trainingseinheiten aus, die man sich vielleicht nie zugetraut hätte und auf die man selbst nicht gekommen wäre. Und man muss keinerlei Gedanken mehr daran verschwenden, wie man sein Workout möglichst gewinnbringend zusammenbastelt. Als Einstieg in die Fitnesswelt eignet sich CrossFit also definitiv – sofern man seine eigenen Grenzen kennt und weiß, wann man aufhören muss. Sonst wird man schnell selbst zu „Pukey the Clown“.

Text: Teresa Schmid

Bild: Gregor (flickr.com/Gregor,CC BY 2.0), zugeschnitten