BMX ist wahnsinnig schnell, unglaublich spannend und sieht auch noch ziemlich spektakulär aus - kurzum ein perfekter Sport für alle, die Radtouren zu langweilig und Fußball zu normal finden. Der BMX-Sport kommt eigentlich aus den USA und wurde aus einer Not heraus geboren. Jugendliche, die zu arm oder zu jung für Motocross waren, stiegen einfach auf ihre Fahrräder und fuhren über ähnlich hügelige Rennstrecken. Die Abkürzung BMX bedeutet deshalb auch nichts anderes als Bicycle Motocross. Von einem Ersatz entwickelte sich BMX im Laufe der Jahre immer mehr zur eigenständigen Sportart mit einer großen Szene, und in den USA hat BMX inzwischen den Stellenwert eines Volkssports. Für viele Teenager dort ist BMX ein perfektes Sprungbrett zu anderen Sportarten wie Baseball oder Football. Immerhin werden Athletik, Reaktion und Schnelligkeit der jungen Fahrer bestens trainiert. In Deutschland ist man davon aber noch weit entfernt, wie auch Matthias Gelhaus vom BMX-Club Vechta weiß: „BMX-Rennstrecken sind hierzulande echte Mangelware, nur in Baden-Württemberg gibt es eine größere Anzahl. Die Zahl der richtig aktiven Rennfahrer würde ich auf knapp 800 schätzen, dazu kommen vielleicht noch ein paar Tausend Freestyle-Fahrer.“

Zwischen Outlaw und Rennfahrer

Rennfahrer oder Freestyler? Beim BMX gibt es da einen klaren Unterschied. Am Anfang trafen sich die Kinder und Jugendlichen abseits der Straßen und fuhren auf hügeligen Pisten ihre Rennen. Ähnlich wie beim Motocross ging es dabei nicht nur um die Schnelligkeit, sondern auch um möglichst spektakuläre Sprünge. Heute sind diese Bahnen natürlich professioneller angelegt: betonierte Kurven und sehr guten Starthügeln, von denen sich immer acht Fahrer pro Rennen auf die Bahn stürzen. Diese dauern übrigens meist kaum länger als 40 Sekunden. Freestyle ist dagegen eher mit dem Skateboardfahren zu vergleichen. Die Fahrer treten in Trick-Contests gegeneinander an, wobei es kaum klare Regeln gibt. „Wir Racer gelten dagegen manchmal als ein bisschen spießig mit unseren Turnieren und den ganzen Regeln“, lacht Gelhaus. „Viele Kids fühlen sich beim Freestyle wie coole Outlaws.“ Doch der größere Zulauf auf den Freestyle hat auch andere Gründe - wie den schon angesprochenen Mangel an Rennstrecken. Für die meisten Jugendlichen lohnt es sich nicht, viele Hundert Kilometer für ein Rennen zu fahren. Sie bleiben lieber in der Stadt und fahren dort in Skateparks oder BMX-Hallen.

Mit Talent sind große Erfolge möglich

Doch genug von Unterschieden, kommen wir zum Einstieg. „Wer in einer normalen körperlichen Verfassung ist, kann auch BMX fahren“, erklärt Gelhaus. „Die ersten Runden sind immer etwas holprig. Wer aber dabei den Spaß nicht verliert, wird an den Sport sein Herz hängen.“ Für den Anfang rät der Experte zu einem Schnupper-Training bei einem Verein in der eigenen Umgebung. Dort kann man sich gegen eine kleine Leihgebühr, oder manchmal sogar kostenlos, ein Rad und die nötige Schutzausrüstung leihen. Danach heißt es nur noch in die Pedale treten und rauf auf die Piste. Am Ende noch ein kleiner Anreiz für besonders Ehrgeizige: Gerade im Racebereich gibt es nicht viele Profisportler. Die Chancen an größeren Wettbewerben teilzunehmen, stehen deshalb für talentierte Fahrer sehr gut.

Das kostet BMX:

Das Rad: Ein spezielles BMX-Rad für Rennen kostet knapp 400 Euro, gebraucht sind die Modelle etwas günstiger. Tipp von Experten Matthias Gelhaus: Sich unbedingt beim Verein oder Fachhändler beraten lassen, denn auch Baumärkte und Kaufhausketten bieten billige Varianten an. Die taugen meistens nichts und der Fahrspaß ist gleich null. Die Schutzkleidung: Ein Helm ist Pflicht und kostet 60 Euro. Wer richtig professionell fahren will, muss sich außerdem noch spezielle Kleidung (Hose, Handschuhe und Oberteil) für insgesamt knapp 140 Euro anschaffen.

 

So sieht BMX im Race aus:

 

Und so wenn Freestyle-Idol Mike Miller auf sein Rad steigt: