Im Jahr 2011 hat der Lonely Planet Wellington zur "coolsten kleinen Hauptstadt der Welt" gekürt. Zurecht: Denn dafür, dass die neuseeländische Hauptstadt gerade mal knapp 200.000 Einwohner hat, hat sie wirklich viel zu bieten. Und da das Stadtzentrum nicht groß ist, kann man es ganz entspannt zu Fuß erkunden.

Sightseeing für Feinschmecker

Zum Beispiel mit Zest Food Tours. Wellington hat über 400 Bars uns Cafés. Ein paar davon kann man bei einer geführten "Capital Tastes"-Tour entdecken. Gemeinsam mit einem Tour-Guide lernt man auf einem Spaziergang die Innenstadt und die Gastro-Szene rund um den Hafen. Da die Tour schon um 9:30 Uhr startet, sollte man sich beim Frühstück etwas zurückhalten. Während der dreieinhalb-stündigen Tour bekommt man nämlich einiges an Kaffee, Schokolade, Eis, Käse und weitere Spezialitäten von lokalen Anbietern serviert. Dabei kann man mit den Machern von Kaffeerösterei oder kleiner Schokoladenfabrik ins Gespräch kommen und nebenbei die Geschichte, Architektur, Street Art und kulturelle Szene von Wellington entdecken. Am Ende des Vormittags ist man also nicht nur essenstechnisch gut versorgt, sondern hat auch einen guten Überblick über das Stadtzentrum und das Hafenviertel von Wellington.

Im Hipster-Himmel

Anschließend lohnt sich ein Spaziergang über die Cuba Street - die beliebteste Fußgängerzone in Wellington. Auf der Straße, deren Bild von coolen alten Holzhäusern geprägt ist, fühlen sich nicht nur Hipster wohl: Hier gibt es neben Cafés, Kneipen und Restaurants auch jede Menge kleiner Geschäfte, die einen Besuch wert sind. Vintage-Freunde finden hier eine große Auswahl an Second Hand-Läden. Außerdem gibt es eine große Auswahl an kleinen Geschäften die Schmuck, Kunstdrucke und Kleidung von lokalen Designern verkaufen. Die meisten Läden hier schließen jedoch schon um 17 Uhr - also sollte man seine Shoppingtour nicht zu spät starten! Von dort aus ist man zu Fuß auch in zehn Minuten beim YHA Wellington City-Hostel, das sehr zentral gelegen ist.

Raus aus der Stadt

Für alle, die ein wenig aus der Stadt heraus möchten, bietet sich bei gutem Wetter ein Ausflug nach Zealandia an. Das 225 Hektar große Naturschutzgebiet ist nur zehn Minuten von Wellington entfernt. Durch einen 8,6 Kilometer langen Schutzzaun vor Säugetieren wie Ratten und Possums geschützt, können sich hier viele heimische Pflanzen- und Vogelarten ungestört ausbreiten. Entweder kann man das Gebiet auf eigene Faust erkunden, oder an einer der geführten Rundgänge teilnehmen. Der Preis für die Führungen ist im Eintrittspreis ($ 18,50; ermäßigt $ 15) enthalten.

Ab nach Wellywood

Aber auch bei Regenwetter wird einem in Wellington nicht langweilig: Im Te Papa Nationalmuseum, direkt an der Waterfront, kann man auf sechs Ebenen etwas über die Geschichte Neuseelands, von den ersten Besiedlungen an bis heute, erfahren. Es gibt außerdem immer wieder wechselnde Sonderausstellungen. Der Eintritt ist frei. Seit 2003 trägt die Stadt zudem auch den Spitznamen "Wellywood". Das hat sie "Herr der Ringe"-Macher Peter Jackson zu verdanken. Denn sein Unternehmen Weta Workshop, das große Filmprojekte mit Spezialeffekten und beeindruckenden Requisiten versorgt, hat seinen Hauptsitz im Wellingtoner Stadtteil Miramar. Bei einer 45-minütigen Weta Cave Workshop-Tour lernt man wie Requisiten für Herr der Ringe und Co entstehen und kann den Machern beim Arbeiten über die Schulter schauen. Besonders Fans von Fantasy- und Science Fiction-Filmen können hier spannende Einblicke hinter die Kulissen ihrer Lieblingsfilme bekommen. Der Eintritt für die Tour liegt bei 25 Dollar.

Wer trotz eines ereignisreichen Tages noch losziehen möchte, findet an der Waterfront, nicht weit vom YHA Hostel, einige Bars. Doch auch das Hostel selbst bietet einige Möglichkeiten zur Abendgestaltung an, so dass man zusammen mit anderen Reisenden den Tag bei Film- oder Spieleabenden entspannt ausklingen lassen kann.

 

(Text: Anna Lenja Hartfiel)

(Foto: russellstreet/flickr.com, CC BY-SA 2.0)