Around the world in Jugendherbergen - Bonn

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Nachdem wir Euch in unserem Mini-Reiseführer "Around the world in Jugendherbergen" zuletzt europäische Hauptstädte vorgestellt haben, geht es in diesem Teil wieder zurück in die Heimat. Er führt uns nämlich in meine Heimatstadt Bonn. Die ehemalige Bundeshauptstadt hat eine lange Geschichte, aber gerade auch in den letzten gut 60 Jahren viele aufregende Entwicklungen erlebt. Heute ist Bonn vor allem international und Studentenstadt.

Lieblingsplätze

„Fremde“ durch die eigene Heimat zu führen, sei es auch wie hier nur in virtueller Form, ist natürlich immer so eine Sache. Wer so viel mehr in den Straßen und auf den Plätzen einer Stadt unterwegs war, sieht sie schlicht mit anderen Augen: Wochenende um Wochenende hat man mit Freunden in den Parks gechillt, im Kino gesessen, in der Disco getanzt und dabei Unmengen an erzählenswerten Geschichten - und natürlich auch genügend, die man besser für sich behält – erlebt. Kurzum, man ist mit der Stadt gewachsen und in der Stadt erwachsen geworden.

Man hat - meist wohl mehr oder weniger durch Zufälle entstandene - Lieblingsplätze, Lieblingsparks, eine Lieblingskneipe und ein Lieblingsviertel. Sie sind das alle zu Recht, weshalb ich sie euch gerne nenne: Der Bertha-von-Suttner-Platz ist Beginn und/oder Ende von so ziemlich jedem Besuch der Innenstadt, zu welchem Zweck auch immer, das schönste Grün findet sich am Beueler Rheinufer, auf Höhe des Biergartens „Blauer Affe“, wo wir direkt am Rhein unzählige Sonnenstunden genossen haben, oder die australische Kneipe Billa-Bonn in der Bonner Altstadt, in der es nicht viel weniger Stunden gewesen sein dürften.

Den gleichen Reiz können diese Orte aber für Besucher wohl gar nicht entfalten. Zum Glück ist das überhaupt nicht schlimm: Beim Bummel durch die wunderschöne Stadt am Rhein hat jeder genügend Chancen, seine eigenen Lieblingsplätze zu finden. Womit der schwärmerische Abschnitt abgeschlossen wäre und ich mit Hilfe eines Zitats von SPD-Legende Helmut Schmidt versuchen werde, eine etwas nüchternere Vogelperspektive einzunehmen ;-)..

„Als deutsche Hauptstadt ein trauriger Witz, aber Realität.“

Diese Einschätzung des damaligen Bundeskanzlers der noch jungen deutschen Bundesrepublik ist zwar nur wenig schmeichelhaft, aber andererseits auch irgendwie nachvollziehbar. Wer sich als Hauptstadt einer gerade damals wieder mit einer guten Portion Selbstbewusstsein ausgestatteten Nation eine entsprechend große, pulsierende Metropole wünscht, war in Bonn an der falschen Adresse. Dass allerdings viele der damaligen Politiker diese Bonn oft nachgesagte „Provinz-Atmosphäre“ auch schätzten, ist ebenfalls nachvollziehbar: Denn die macht die Stadt irgendwie familiär und gemütlich.

Mit knapp 325.000 Einwohnern ist Bonn eben weder zu klein und langweilig, noch – zumindest gefühlt - eine „richtige“ Großstadt. Das hat doch einige Vorteile: Im Zentrum gelangt man zu Fuß schnell von der einen in die andere Ecke der Stadt, verirren wird man sich auch schwerlich und zumindest als Einheimischer trifft man hinter jeder zweiten Kurve ein bekanntes Gesicht.

Trotzdem gibt es natürlich allerhand zu sehen. Die Geschichte Bonns, die mit römischen und germanischen Siedlungen vor 2000 Jahren beginnt, und sie damit zu einer der ältesten Städte Deutschlands macht, hat überall Spuren hinterlassen – vor allem aber natürlich Bonns Zeit als provisorische Hauptstadt.

Deutsche Geschichte und Kulturvielfalt

Nachdem der „Hauptstadt-Umzug“ 1991 beschlossen wurde, sind nur noch einige Ministerien in Bonn zu Hause, Bundespräsident und -kanzler haben hier theoretisch noch einen Zweitsitz. Das ehemalige Regierungsviertel ist aber „politisch“ geblieben – heute sind dort sehr viele UN-Organisationen und rund 170 NGO's und andere internationale Organisationen untergebracht. Bonn hat somit auch heute noch internationales Flair.

Ein „Weg der Demokratie“ führt euch an den interessantesten Gebäuden und historischen Orten vorbei. Wer noch tiefer in die Materie eintauchen möchte, kann das in der spannenden Dauerausstellung des Haus der Geschichte tun (Eintritt frei!). Das Museum beleuchtet vor allem die Nachkriegsgeschichte, in der Bonn ja lange Zeit eine bedeutende Rolle spielte. Außerdem organisiert das Haus der Geschichte auch Führungen durch den alten „Kanzlerbungalow“.

Einige Schritte weiter findet ihr das Naturkundemuseum König. Hier kann man unzählige ausgestopfte Tiere erleben – was die mit der politischen Vergangenheit zu tun haben? Die 1840 errichtete Villa war nach dem Krieg eines der wenigen unversehrten, großen Gebäude, sodass es auch für politische Zwecke genutzt wurde, z.B. als Übergangs-Amtssitz Konrad Adenauers.

Neben der politischen Geschichte, ist Bonn natürlich auch Beethovenstadt. Der weltberühmte Komponist wurde in der Bonngasse, mitten in der heutigen Innenstadt, geboren. Im noch erhaltenen Geburtshaus befindet sich heute eine kleine, aber feine Ausstellung. Heute fördert die Stadt Bonn auf dem Kultursektor entsprechend dem „Beethoven-Stempel“ vor allem eher die – sagen wir mal – „klassische Musikkultur“, z.B. das internationale Klassikfestival Beethovenfest.

Diese von vielen zu Recht als unfair empfundenen Zuwendungen der Stadt ist zuletzt z.B. das Open-Air-Festival Rheinkultur zum Opfer gefallen, das für die Macher finanziell nicht mehr zu stemmen war. Dafür gibt es aber einige Bühnen in Bonn, in denen Konzerte, Kabarett und Kleinkunst im kleinen Rahmen und in umso gemütlicherer  Atmosphäre stattfinden, z.B. in der Harmonie, der Springmaus, dem Pantheon, oder in (alternativen) Kneipen, etwa im Limes oder Bla.

Entspannen und feiern

Wie schon angeklungen, gibt es nichts schöneres, als in Bonn einen warmen Tag an der frischen Luft zu verbringen. Natürlich kann man je nach Zeit und Motivation das Siebengebirge erkunden, das man mit der Bahn in einer guten halben Stunde erreicht; man findet aber auch in der Stadt selbst viele grüne Oasen:

Zum Einen natürlich das Rheinufer, wobei es mir persönlich auf der „Schääl Sick“ (so bezeichnen die Bewohner der linken Rheinseite leicht spöttisch die rechte Rheinseite) am Besten gefällt. Die weitläufigen, großen Wiesen fallen flach ab bis hinunter zum Rheinufer, wo man in den Nachmittags- und Abendstunden die meiste Sonne abbekommt und einen tollen Blick auf Bonn und das Siebengebirge genießen kann. Zum Anderen gibt es auf der anderen Rheinseite den riesigen Rheinauenpark, der sich direkt an das Regierungsviertel anschließt und einst für die Bundesgartenschau angelegt wurde.

Um mit anderen Leuten ins Gespräch zu kommen und allgemein als Treffpunkt ist schließlich noch die Hofgartenwiese zu nennen. Sie liegt mitten im Zentrum und gehört zum prächtigsten und schönsten Gebäude Bonns, dem kurfürstlichen Schloss. Hier residieren heute keine Fürsten mehr, sondern die fast 30.000 Studenten der Bonner Uni, von denen sich viele in den Vorlesungspausen im Park nebenan erholen oder lernen.

Abends bietet Bonn Euch eine eher überschaubare Disco- und Clublandschaft, die aber für einen Städtetrip sicherlich genügend Abwechslung bietet. Das Gute ist auch hier mal wieder, dass alle sehr nah beieinander liegen. Die einschlägigen Clubs sind untereinander innerhalb von 5-15 Minuten zu Fuß zu erreichen, im Zentrum beispielsweise die N8Schicht, das Carpe Noctem oder das tiefenrausch.

Besonders schön ist die sogenannte Bonner Altstadt, die eigentlich in der Nordstadt liegt, in Anlehnung an die Kneipenviertel Kölns oder Düsseldorfs aber kurzerhand umgetauft wurde. Denn hier findet ihr in und zwischen schönen Altbauten sehr viele gemütliche Kneipen und Bars, in denen man ein komplett gemischtes, aber sehr angenehmes Publikum vorfindet. Wem die Partymöglichkeiten trotz allem nicht reichen sollten, der kann sich immer noch in die am Wochenende stündlich zwischen Köln und Bonn verkehrende Mittelrheinbahn setzen und zum „großen Bruder“ Richtung Dom fahren.

Jugendherbergen in Bonn

Die Jugendherberge in Bonn liegt ruhig und mitten im Grünen auf dem Venusberg. Gleichzeitig ist die Bonner Innenstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln bequem und schnell zu erreichen.

Daneben eignet sich als Unterkunft auch die Jugendherberge in Bad Honnef. Mit der Stadtbahn oder dem Zug seid ihr von hier ebenfalls in kurzer Zeit im Bonner Zentrum.

 

Foto:

Blick vom Siebengebirge auf Bonn
Copyright: Marcel Bednarz

Mehr tolle Fotos von schönen Orten Bonns findet ihr auf seiner Facebook-Seite: I <3 BN

Kommentare

Seh shöne Fotos! Bonn in nem ganz anderen Licht!

25. Juni 2012 - 21:45