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30
August
um 21:34 Uhr

Im Handumdrehen zurück ins alte Leben

Meinungen:
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Lena...

"Eine Interrail-Tour von Köln über den gesamten Balkan bis nach Griechenland! Das wollte ich wirklich schon seit Jahren mal machen."

Gestern Nacht Landung in Münster. Ein etwas seltsames Gefühl: Zwei Wochen lang fährt man mit dem Zug von einer Stadt zur anderen, legt über Stunden und Tage tausende Kilometer zurück. Dann setzt man sich in den Flieger und ist von einer Sekunde zur nächsten wieder im Alltag.
Nachts um drei rennen wir vollbepackt mit Kraxen und anderem, über die letzten zwei Wochen angesammeltem Gedöns dem Nachtbus hinterher. Puh, geschafft. Jetzt nur noch schlafen.
Heute dann wieder zurück in den Alltag. Ich sitze wieder vor meinem Schreibtisch in Brüssel, bin wieder genau da, wo ich vor zwei Wochen war. Mit der besten Laune und dem breitesten Grinsen, das man sich vorstellen kann. Denn die Tour war perfekt. Mehr als das. Ich überleg mir ein neues Adjektiv, eine Steigerung des Superlativs, nur um den Trip zu beschreiben.
Im Gedächtnis werden in jedem Fall bleiben: das malerische, wunderwunderschöne Ljubljana, Plecniks Stadt. Sowieso Belgrad, das so anders und so schnelllebig war, die Stadt im Umbruch. Und dann natürlich die Palmen und das viele Pink auf Korfu, Mittelmeer, Sonne, das Leben genießen.
Außerdem: das ständige Bauchweh vom vielen Lachen, das Rumalbern mit Tobias. Das gemeinsame Stinken und Schwitzen im versifften serbischen Zug, 17 Stunden lang ohne sich eine Sekunde lang auf den Zeiger zu gehen. Hätten wir wahrscheinlich beide nicht gedacht, dass das so easy-peasy funktionieren würde. Nach zwei Wochen 24 Stunden aufeinanderhocken sind wir echte Kumpel geworden.

Jetzt noch zu ein paar Fragen zum Blog:
1. Unsere Erfahrung war, dass die einzelnen Balkanländer (wie zu erwarten) verdammt schlecht aufeinander zu sprechen sind. Die wirtschaftlichen Unterschiede fördern den jahrzehntelangen Groll gegeneinander ziemlich. Die Serben, die wir getroffen haben, haben zum Beispiel keinen Hehl draus gemacht, dass sie die Kroaten hassen. Die schnappen denen ja auch alle Touristen weg.

2. Der Wein in Slowenien war tatsächlich gut. Nach einer Flasche hat es dann aber auch gereicht - das Zeug ist echt sauer - und wir haben wieder italienischen getrunken. War eben doch etwas gewöhnungsbedürftig.

3. Ja, die Würstchen heißen Cevapcici. Zum Geschmack kann aber nur Tobias was sagen.

4. Die Jugendherberge in Zagreb heißt tatsächlich nur "Youth Hostel Zagreb". Findet man auf hihostels.com

Tobias ...

Puh ... ich sitze wieder in meinem Zimmer in Münster und starre meinen Laptopbildschirm an. Belgrad, Zagreb, Ljubljana - das Ganze scheint so schnell schon so weit weg zu sein. Zurück in den Alltag. Zumindest ein wenig. Am Montag hat mein Studium in Enschede begonnen. Die erste vier Wochen pendele ich noch hinüber, dann ziehe ich um. Das Zugfahren bleibt mir also erst einmal erhalten.

Die Tour war irre. Bin echt froh, dass wir das gemacht haben, denn das Team hat bestens harmoniert. Aber: Lena ist viel weniger bekloppt, als sie immer behauptet. Und müsste mal wieder etwas chaotischer werden. Vor der Reise hat sie echt an alles gedacht. Und unsere ganze Route hat dann auch viel zu gut funktioniert. Mit weniger Planung wäre das Blog bestimmt noch spannender geworden. Da ist noch Luft nach oben.

In Erinnerung bleibt: Die Zugfahrt von Belgrad nach Tessaloniki, die Schaffner, die ständigen Kontrollen, die Oma aus Mazedonien. Unsere Euphorie bei der Ankunft in Ljubljana und ein wunderbarer Wein an der Ljublijanica mit anschließenden Abgründen. Das klare, warme Mittelmeer Samstag früh. Das Bad in der Sava. Obstessen in Downtown Zagreb. Mitten in der Nacht aufzustehen, um zur nächsten Stadt zu touren. Überhaupt: Chronischer, aber lohnender Schlafmangel. Viele, viele, viele wirklich tiefgründige und/oder dämliche Gespräche. Lachen und langsame Internetverbindungen. Viel Espresso. Lenas Füße. Gute Ideen für einen griechischen Freitag und pinker Ouzo.

Und die nächste Tour kommt bestimmt.

Ach ja: Cevapcici sind echt lecker, aber auf dem Balkan isst du so viel Fleisch, dass sogar ich die letzten Tage auf vegetarisches Essen umgesattelt habe.

Kommentare

Help_ITHelp_IT(24) aus Rottenburg (Neckar)

oh ja

Wenn man im Urlaub war oder eben so einen tollen Trip hatte wie ihr und dann wieder abrupt im Alltag ist, dann ist das komisch. Da kommt das einem so weit weg vor.

hannes.phannes.p(18) aus Heidelberg

Ich kenn das auch

Erst kommt man am Urlaubsort "nicht an" und dann ist es zu Hause genau so …

nature_sweetnature_sweet(19) aus Bremen

Hoffe wir lesen nächsten Sommer wieder von euch!

Hat wirklich viel Spaß gemacht! Denke es wird schwer für euch jetzt in den Alltag zurück zu finden!

Die Stationen der Interrail-Reise

Für alle die einen ähnlichen Trip planen sind vielleicht noch einmal die genauen Stationen unserer Interrail-Blogger wichtig:

Jugendherberge Pathpoint Cologne, Köln und Jugendherberge Lindau, (Deutschland)
Tabor Hostel Ljubljana, (Slowenien)
Youth Hostel Zagreb, (Kroatien)
Eurostar Hostel Belgrad, (Serbien)
Corfu Travelers Inn (=Hostel Pink Palace), (Griechenland)

Alle Youth Hostels findet ihr auf www.hihostels.com bzw. unter www.youpodia.de/reisen .