Wer kennt das nicht? In den Stadtführern stehen nur Bars, in denen Touristen sitzen und die angeblichen Geheimtipps sind längst keine mehr. Das gibt es beim neuen Youpodia Pop-Guide garantiert nicht. Denn hier kommen die Tipps von echten Insidern der Szene ihrer Stadt. Dieses Mal führen uns Otto Normal durch Freiburg.

1.) Die Liebeserklärung:

Was macht die Stadt für dich so besonders?

Freiburg ist die schönste Stadt Deutschlands. Jaja, sie ist so weit weg von allem, aber die Nähe zur Schweiz, der allabendliche Temperatur-Kontest-Sieg bei der Wettervorhersage und die Mischung aus Studenten und Freigeistern ... all das gibt es nur in Freiburg.

Welche Songs beschreiben deine Lieblingsstadt am besten?

Mit Songs ist die Stadt noch nie gut beschrieben worden. Freiburg ist ja nicht spektakulär, sondern in seiner Gesamtheit mit den vielen einzelnen Aspekte so lebenswert. Ich kenne eigentlich keinen Song, der das rüberbringt. Und: Tocotronic können sich mit Ihrem Freiburg-Song mal gehackt legen!

2.) Sightseeing:

Welche drei Sehenswürdigkeiten sollte ich als Tourist auf jeden Fall gesehen haben?

Freiburgs Hausberg: der Rosskopf mit seinem Aussichtsturm. Wenn man den Aufstieg geschafft hat, wird man mit einem unfassbaren Blick belohnt. Alternativ kann man auf den Turm am Schlossberg oder auf den Münsterturm raufsteigen.

Dann gibt es den Münstermarkt. Täglich vormittags. Lecker, günstig, regional und unterstützenswert.

Und das Waldsee: ein Restaurant, Club und Biergarten, fast schon im Wald und trotzdem ein Publikumsmagnet.

Welche Orte sind völlig überschätzt?

Niemand überschätzt Freiburg. Die Wenigsten hegen irgendwelche Erwartungen. Deshalb werden sie auch stets übertroffen. 

Was zeigt ihr euren Gästen als erstes von der Stadt?

Unser Zuhause. Ich zeige nicht so gerne meine Stadt. Die spricht einigermaßen für sich selbst. Man schlendert durch die Strassen und die Gäste finden schon das, was ihnen gefällt.

3.) Kultur

In welches Museum sollte man gehen?

Wenn man unbedingt in Museen gehen will, sollte man sich andere Städte raussuchen. Klar hat Freiburg Museen. Aber das ist nicht Freiburgs Stärke. Freiburgs Stärke ist die Natur.

Wo kann ich die jungen Bands der Stadt entdecken?

Es gibt einige Lokalitäten, wo immer wieder Bands spielen: Mensabar, Jazzhaus, White Rabbit, The Great Räng Täng Täng (vor allem am ersten Montag im Monat eine ganz fantastische Session: "The someday sessions"), dann das Waldsee und diverse Kneipen, die unregelmäßig Programm haben.

4.) Kulinarisch:

Welche Spezialität muss ich unbedingt probieren?

Die Freiburger Rote vom Münstermarkt mit ordentlich Zwiebeln und selbstverständlich einen wunderbaren Elsässer Wurstsalat.

Wo kann ich gut und günstig essen?

Großer Meyerhof, Grünwälderstr.: Badische Küche.

Brennessel, Eschholzstr.: Studenten-Küche, üppige leckere Portionen für schmalen Geldbeutel. Dort gibt es eine gute Spaghetti Bolognese für unter zwei Euro! Und der Lauchpfannekuchen ist gut und günstig.Und dann gibt es noch die Markthalle. Nicht das günstigste, aber eine riesige Vielfalt. Hier findet jeder was. Das ist zwischen Martinstor und Grünwälderstr. Recht versteckt. Durchfragen erforderlich, sonst findet man es nicht.

5.) Shopping:

Wo kriege ich die coolsten Klamotten der Stadt?

Auch hier: Freiburg ist kein Shopping-Paradies. Dafür sollte man nach Weil am Rhein fahren, kurz vor Basel. Da gibt es sehr viele Fabrik-Outlet-Stores. Mega Fummel zu wirklich günstigen Preisen.

Wo kann ich meine Musiksammlung erweitern?

Maikäfer (Second Hand), Mono, CDC (Compact Disc Center) bei der Schwarzwald-City.

6.) Nachtleben:

Wo beginnt ihr eure Streifzüge durch die Nacht?

Atlantik beim Schwabentor. Eine sehr große Kneipe. Gute Leute. Gutes Bier, auch was günstiges zum Essen. Von da kann man weiterziehen. Und wahrscheinlich landet man dann morgens um 4 im Crash (Aua!)

Wo kann ich am besten feiern gehen?

The Great Räng Täng Täng in der Grünwälderstr., Montags und Mittwochs im Waldsee.

Ihr wollt die Tips von Otto Normal testen, habt aber noch keinen Schlafplatz in Freiburg? In der örtlichen Jugendherberge findet ihr das passende Zimmer.

Otto Normal - Paris Paris

Otto Normal:

Normal. Was ist schon normal?Die Freiburger Band Otto Normal jedenfalls nicht – trotz ihres Namens. Auf ihrem aktuellen Album haben sie auf fünfzehn treibenden Songs „Das neue Normal“ ausgerufen, mit dem sie der Normalität einen zeitgemäßen Anstrich verpassen und dem althergebrachten Verständnis des Normalitätsbegriffs eine soundwellenschlagende Alternative entgegensetzen.Der rote Faden, der die fünfzehn Songs des Albums zusammenhält, wurde allein aus Facettenreichtum, vertonter Freude und einem genresprengenden Verständnis von unbändiger Kreativität geknüpft. Zudem ist die Platte der Musik gewordene Beweis der Richtigkeit des alten Sprichworts, dass Gegensätze sich anziehen: so treffen druckvolle Partytunes mit deichkindischer Dringlichkeit („Noch n Nö“) auf entspannte Relax-Tracks wie „Ich tauch ab“, stehen funky Abhandlungen über die Dancefloor-Historie der vergangenen fünfzig Jahre („Tanzroboter“) neben der ironischen Abfeierei des eigenen Ichs („Ich bin geil“), folgen freudvolle Nonsens-Nummern à la „Paris Paris“ auf herzschmerzende Wahrheiten über die Brutalität erloschener Liebe („Das siebte Jahr“).